Artillerie Corps Osterath

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Unsere erste eigene Kanone

Das Artillerie-Corps böllert wieder aus eigenen Rohren!

Feuer Frei!

heißt es alle zwei Jahre wieder für unser Artillerie-Corps. Dann wird tra­ditionsgemäß das Osterather Schützenfest mit lautem Böllerknall eröffnet.

Doch in diesem Jahr sind alle Artilleristen mit besonderem Stolz erfüllt, denn es wird nach rund 60 Jahren zum ersten Mal wieder mit einem eigenen Geschütz gefeuert.

Wenn wir zurückblicken, so besaß das Osterather Artillerie-Corps bereits Anfang des letzten Jahrhunderts zwei eigene Geschütze, die noch aus dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 stammten. Zu unserem Leidwesen sind diese Geschütze jedoch in den Nachkriegswirren des 2. Weltkriegs verschollen.

Als sich die Artillerie im Jahre 1925 neu gründete wurden bis zum heutigen Tage die Geschütze beim Artillerie-Verein Büderich ausgeliehen. Eingeböllert wurde das Schützen­fest über lange Jahre in enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, die uns mit Acetylen und Sauerstoff stets zur Seite stand. Als das Böllern mit Gasgemisch wegen des hohen Sicherheitsrisikos nicht mehr tragbar war, sprang 1998 eine Abteilung der blauen Husaren ein, die in Besitz einer Böllergenehmigung war, und feuerte aus sogenannten Standböllern, die auch im weiteren Verlauf des Schützenfestes (beim großen Zapfenstreich im Park etc.) Verwendung finden.

Als dann Franz Thoma 1998 den Vogel abschoss, überlegten wir, wie wir ihm eine Freude machen können; und hatten die Idee: “Wir Böllern für unseren König!” und zwar standes­gemäß mit Schwarzpulver! Wir besuchten mit ein paar Kameraden einen Böllerkurs. Schützenfest zogen wir mit Musik und (noch geliehenem) kaltblutbespanntem Geschütz zu S.M. König Franz I. Wir brachten das Geschütz in Stellung (was wir vorher unter fach­kundiger Aufsicht von Theo Hilgers auf dem Sandhof im Schweinheim einige Male geübt hatten) und böllerten das Schützenfest mit lautem Knall und Pulverdampf ein. Spätestens beim letzten Schuss, mit dem S.M. Franz I das Schützenfest höchst selbst eröffnete stand für uns fest:

!!! Wir brauchen ein eigenes Geschütz !!!

Bei einigen der vielen Gesprächen die nun auf Schützenfest geführt wurden, stellte sich heraus das der Landwirt Peter Bahners vom Bovert noch eine alte “Schlag-Karre” mit zwei “original Geschütz-Rädern” hatte, die er evtl. bereit war abzugeben. Kurz nach Schützenfest besuchten wir ihn und es wurde bei einigen Bierchen über die Karre verhan­delt. Wir wurden uns einig, und der Anfang für unser Geschütz war gemacht. Als nächstes stand Anfang 2000 eine Besichtigung des wehrtechnischen Museums in Koblenz auf dem Plan. Dort holten wir uns zunächst einige Anregungen für die Gestaltung des Geschützes, welche noch am selben Abend, in unserem Wachlokal bei Weindorf, eingehend vertieft wurden.

Gebaut wurde das Geschütz nun bei Heinz-Peter Kreuels auf dem Hertenhof, wo wir uns über ca. 1½ Jahre an unzähligen Wochenenden mit der “Geschützbaukommission” trafen um unsere Idee in die Tat umzusetzen.

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